Markdown - DER neue coole Weg, Texte zu schreiben?

veröffentlicht am : Fr, 26. 05. 2017 geändert am: Di, 30. 05. 2017

Kategorie: Computer --> Programmierung

Schlagworte: markdown


Worum gehts?

Wir schreiben unheimlich viele Texte. Jeder von uns, der am Computer arbeitet tut das, bzw muss das tun. Und wir alle kämpfen immer wieder mit den Formatierungen. Text, ohne irgendwelche Einrückungen, Überschriften, hervorhebungen oder fettdruck liest sich langweilig und es fehlt einem auch ein zusätzliches Ausdrucksmittel.

Klar, die meisten Editoren bieten ein WYSIWYG: "What you see is what you get" (du bekommst, was du siehst). Das ist zwar nett, aber kompliziert zu bedienen. Also mich hat das immer genervt. Insbesondere wenn man den Text editiert ist dann danach eben nicht mehr alles richtig fett oder kursiv gedruckt.

Also, wenn man alles tippen will, warum nicht einfach Steuersequenzen in den Text einfügen und in einem zusätzlichen Schritt nachher rendern lassen?

Die Idee ist alles andere als "neu": Früher gab es das auch schon, dass man Texte mit Steuersequenzen anreichern konnte, um damit Formatierungen oder einfach mehr zu ermöglichen. Das, was alle benutzen ohne es zu wissen ist vermutlich HTML - Hypertext Markup Language. Dort kann man (auch heute noch) recht einfach in einen Text einfach etwas kursiv oder fett drucken. Allerdings hat sich das ganze dann doch gewandelt und HTML ist ebe nicht mehr nur "Hypertext".

Ein anderer (unter nerds) bekannter Vertreter dieser Gattung ist sicherlich LaTeX - das hat sich als Textsatzsystem darauf konzentriert, einen guten Ausdruck zu produzieren. Deswegen vermutlich ist es besonders für Diplomarbeiten so beliebt.

Diese "Sprachen" sind aber allesamt viel zu kompliziert um z.B. einfach mal eine Email zu schreiben oder sonst was... Und genau da hilft uns Markdown

Warum?

Aber warum will man überhaupt seinen Text mit so was anreichern, wenn es doch eh anders, und zudem noch mit der Maus geht?

Ja, mit der Maus kann es funktionieren. Aber diejenigen unter uns, die schnell tippen (da zähle ich mich mal dazu) wollen nicht beim tippen andauernd zwischen Maus und Tastatur wechseln, das bremst. Und das schöne an Markdown ist ja, dass es als Steuerzeichen, mehr oder minder normale Zeichen benutzt, wodurch man gaaanz simpel die Steuersequenzen unterm tippen einfügen kann.

Beispiel: ich würde gerne eine Wort oder Absatz hervorheben (kursiv), dann hänge ich einfach einen _ vorne und hinten dran - fertig.

oder ich benötige eine Aufzählungsliste.... ich beginne einen Absatz mit 1. und dann wird er entsprechend eingerückt und so weiter.

Eine genauere Beschreibung davon, was man alles in Markdown machen kann, bekommt man hier.

Insbesondere schreibe ich alle JBlog-Einträge mit Markdown! Dadurch spare ich mir in der Entwicklung einen WYSIWYG-Editor fürs Frontend. Außerdem speichert sich text viel einfacher, als irgend ein propriäteres XML-Gedöns.

Gerade für Entwickler hat markdown einen großen Vorteil, es kann nämlich (vorausgesetzt es ist richtig konfiguriert) Sourcecode entsprechend formatiert darstellen:

Beispiel Java Code
public static void main(String args[]){
     System.out.println("Markdown kann auch bunt");
}
Beispiel Bash-Shell script

#!/bin/bash                              
echo "und spricht verschiedenen Sprachen"
                                         
for in $(ls); do                       
   echo "This is rocking $i"             
done                                     

Dazu werde ich noch mal einen Post hier veröffentlichen, denn um das Syntax-Highlighting hin zu bekommen, musste ich den Markdown-Renderer etwas erweitern.

cool, und jetzt?

Klar, man muss das ein wenig üben und sich die Kürzel merken. Dennoch, lohnt es sich, das zu tun. Die Tools sind da und man kann damit auf einfache Art und Weise, ansprechende Texte erzeugen.

Das schöne ist auch, dass es da eine große Community gibt, die immer wieder mit Neuerungen und Erweiterungen den Wortschatz erweitert. So gibt es z.B. Erweiterungen der reinen Markdown Syntax wie CriticsMarkup, oder noch allgemeiner die Erweiterungen in multimarkdown

Alles in allem ist das wirklich mächtig und konzentriert sich auf das, um dass es geht: Den Text!

Eine Übersicht der Standardfunktionen gibt es hier

Markdown auf dem Mac

Auf dem Mac gibt es auch schon sehr guten support. Einen Haufen Editoren mit Preview, die dann gleich PDF oder HTML erzeugen können (oder RTF, was wiederum z.B. Pages oder Word lesen können). Ich werde mal ein paar Test of Tools - Beiträge zu den verschiedenen Editoren machen. Aber hier schon mal eine Liste (ohen Anspruch auf Vollständigkeit)

Auch in den Entwicklungsumgebungen wie XCode, IntelliJ und co wird markdown unterstützt. Also um Documentation mit in das Projekt aufzunehmen, ist Markdown sicherlich eine Variante.

Leider ist der Support in Mail noch ein kleines Manko. Apple Mail kann kein Markdown. Da muss man sich mit ein paar Tricks behelfen, am besten mit markdown-here. (s.o.)

Das ist aber zugegeben etwas umständlich. Besser sind Mailer, die Markdown nativ unterstützen. Wie z.B. MailMate oder auch AirMail2 (letzterer hat andere Mankos, insbesondere im Bezug auf Sicherheit, aber das ist ein anderes Thema).

Fazit

Markdown hat eine Menge Vorteile, die vor allem durch die mittlerweile excellenten Tools so richtig zum Tragen kommen. Man kann ganz einfach seinen Text runterschreiben und bekommt ein schön gerendertes Dokument, dass z.B. einfach als PDF abgelegt, versendet oder sonst wie genutzt werden kann.

Also, nicht nur für Entwickler empfiehlt es sich, mal einen Blick auf Markdown zu werfen. Auch für Vieltipper von Emails, Texten, Berichten, Büchern was auch immer ist es sicher einen Blick wert. Allerdings wird man sich an die Werkzeuge anpassen müssen und man hat einen zusätzlichen Schritt, bevor man ein druckfertiges Dokument hat.

erstellt Stephan Bösebeck (stephan)